Nach mehreren online Treffen, hat das Steuerungsgruppe Tanzvermittlungszentrum am 16.6.2021 zur ersten öffentlichen live Vorstellung eingeladen. In einem einstündigen Diskussionsformat beschäftigten sich die Teilnehmenden gemeinsam mit Teammitgliedern der Steuerungsgruppe und des erweiterten Teams in interaktive Formaten mit der Frage „Was ist Tanzvermittlung?“.

Es fanden sich Tanzbegeisterte verschiedener Hintergründe zusammen, so z.B. die Teilnehmenden des vorangegangenen DanceLab Workshops, als auch Pioniernutzern“ des Hauses der Statistik und tauschten sich aus.

Das Event fand im Rahmen der Baustellung (Interdisziplinäre Veranstaltungsserie im HdS), in Kooperation mit Dancepool/Sven Seeger und der Wir! Filiale im HdS (Schlesische27).

Gestaltung und Durchführung der Umfrage

Ziel der Online-Umfrage war es, herauszufinden, welche Erwartungen, Meinungen, Erfahrungen und Wünsche tanzinteressierte Menschen in Berlin in Bezug auf Tanzvermittlung haben – sowohl auf Tanzvermittlungsarbeit im Allgemeinen als auch auf ein Tanzvermittlungszentrum im Speziellen.

Dafür wurde ein Online-Fragebogen mit insgesamt 34 Fragen entwickelt, die in folgende voneinander unabhängige Bereiche oder Abschnitte unterteilt wurden:

  1. Allgemeines zu Tanzvermittlung
  2. Akteur*innen innerhalb der Tanzvermittlung
  3. Durchführung eigener Formate der Tanzvermittlung
  4. Teilnahme an Formaten der Tanzvermittlung
  5. Inklusion und Barrierefreiheit
  6. Förderstrukturen der Tanzvermittlung
  7. Vision für ein Berliner Tanzvermittlungszentrum
  8. Soziodemografische Angaben

Die Auswahl der Fragen sowie der Aufbau der Umfrage wurden vom begleitenden Team der Konzeptionsphase mitgestaltet. Dabei legten wir großen Wert auf eine inklusive und barrierefreie Gestaltung. Ein wichtiger Aspekt war die Verwendung einer inklusiven, diskriminierungsfreien und gendergerechten Sprache. Die Umfrage wurde in zwei Sprachen angeboten (Deutsch und Englisch), gleichzeitig wurde eine Übersetzung in Gebärdensprache in Videoform eigebetet. Damit so viele Menschen wie möglich unabhängig von Fähigkeiten oder Behinderung teilnehmen konnten, wurde die Umfrage auch in Leichter Sprache angeboten. Aufgrund der Informationsreduktion, die eine Übersetzung in Leichte Sprache immer mit sich bringt, musste dafür eine getrennte Umfrage entwickelt werden, die aus zehn Fragen bestand. Grundsätzlich achteten wir auf eine einfache Gestaltung und Bedienung (einfache, verständliche Fragen, übersichtliches Layout, kontrastreiche und angenehme Farben, etc.) sowie auf eine angemessene Länge bzw. Dauer (das Ausfüllen nahm ungefähr 10-15 Minuten in Anspruch).

 

Die Umfrage bestand aus Fragen mit vorgegeben Optionen zum Anklicken sowie aus offenen Fragen zum freien Antworten. Die vorgegebenen Optionen waren nur als Vorschläge angedacht und sollten lediglich mögliche Antworten zeigen und zum Ergänzen weiterer Möglichkeiten anregen. Für alle inhaltlichen Fragen gab es die Möglichkeit, eine Antwort als Video hochzuladen. Dies sollte vor allem Menschen, die Gebärdensprache sprechen, ermöglichen, sich angemessen zu beteiligen. Einige Fragen boten zudem die Möglichkeit, eigene Antworten in Form von Text, Bild, Audio und Video hochzuladen. Die Umfrage lief insgesamt drei Wochen (11.02.-03.03.2021). Die Teilnahme war freiwillig, alle Daten wurden anonym erhoben, könnten den Personen nicht zugeordnet werden und wurden streng vertraulich behandelt.

 

Die Umfrage wurde per E-Mail an unterschiedliche Netzwerke geschickt, auf mehreren Webseiten gepostet und über Social Media beworben. Insgesamt haben 273 Teilnehmende die Hauptumfrage beantwortet (197 auf Deutsch und 76 auf Englisch), allerdings nur 96 komplett abgeschlossen. Die Umfrage in Leichter Sprache wurde von insgesamt 28 Teilnehmenden begonnen und letztendlich von 13 komplett abgeschlossen.

Auswertung der erhobenen Daten

Die Teilnehmenden

Beide Umfragen wurden überwiegend von Frauen beantwortet (75 Prozent bei der Hauptumfrage und 67 Prozent Leichte Sprache). Die große Mehrheit der Teilnehmenden ist zwischen 30-49 Jahre alt (68 Prozent), wohnt und arbeitet in Berlin (81 bzw. 77 Prozent) und hat einen abgeschlossenen Studienabschluss (72 Prozent). Fast alle Befragten sprechen Deutsch oder Englisch (94 bzw. 93 Prozent). Über 65 Prozent der Teilnehmenden geben an, von Diskriminierungserfahrungen betroffen zu sein, darunter 46 Prozent aufgrund des Geschlechts sowie jeweils ca. 16 Prozent aufgrund des Alters sowie der sozialen Herkunft und / oder des Bildungshintergrunds.

 

Allgemeines zu Tanzvermittlung

Die Meinungen über die Bedeutung des Begriffs „Vermittlung“ (in Bezug auf Tanz) waren relativ ausgeglichen: Über 80 Prozent der Befragten verstehen Vermittlung als kulturelle Bildung, gefolgt von „Vermittlung“ als Tanzpädagogik (68 Prozent), Begleitungsveranstaltung vor oder nach einem Tanzstück (65 Prozent) und Künstlerisches Arbeiten (61 Prozent). Weitere Bedeutungen des Begriffs Tanzvermittlung aus den freien Antwortfeldern bezogen sich u.a. auf die Arbeit mit dem Körper, Selbsterfahrung mit Tanz und Bewegung, Zugänglichmachung von tanzkünstlerischen Inhalten, Brücke/Austausch zwischen Kunstschaffenden und Publikum,

Tanzvermittlung ist für mich ein Oberbegriff für mehrere Tätigkeiten im Bereich Tanz und Kultur. Tanzvermittlung ist zuerst Körper und Bewegung. Tanzvermittlung ist alles, was ein besseres Verständnis für den Tanz erzeugt, und macht den Bereich allen Menschen zugänglicher, indem aller Art der Vermittlung eine Brücke zwischen der Erfahrung Tanz und dem Menschenleben schafft. (Zitat aus der Umfrage)

Zu den bekannten/sinnvollen Tanzvermittlungsformaten wurden folgende u.a. genannt: Feedbackrunden nach Vorstellungen, Artist-Talks mit Zuschauer*innen, Workshops, Publikumsgespräch, Vor- und nachbereitende Formate bei einer Vorstellung, Schulprojekte und Tanzprojekte im Bereich kultureller Bildung mit Präsentationscharakter, spartenübergreifende Vermittlungskonzepte, Einführungen in Tanzstücke, Tanzunterricht (Präsenz und virtuell), Begleitmaterial (Video, Hefte, Plakate, Fotos, etc.), Dokumentationen.

 

Akteur*innen innerhalb der Tanzvermittlung

Über die Hälfte der Beteiligten an der Umfrage arbeiten als Tänzer*innen (58 Prozent), Choreograf*innen (50 Prozent) oder Tanzpädagog*innen (40 Prozent) und sind überwiegend in den folgenden Arbeitskontexten tätig: Tanzinstitution (52 Prozent), Theater (47Prozent), Tanzstudio / Tanzschule (36 Prozent) und im sozialen und / oder pädagogischen Bereich (30 Prozent).

 

Durchführung eigener Formate der Tanzvermittlung

Zu den von den Befragten am häufigsten entwickelten und/der durchgeführten Formate der Tanzvermittlung zählen: Workshop (77 Prozent), Projekt / Stückentwicklung (60 Prozent), regelmäßiger Kurs (54 Prozent) sowie Publikumsgespräch (48 Prozent) und ein eigenes künstlerisches Format (36 Prozent).

 

Diese Formate fanden vor allem in Theatern (63 Prozent), Tanzinstitutionen (58 Prozent), Tanzstudios / Tanzschulen (54 Prozent), im öffentlichen Raum (52 Prozent) oder in der Schule (45 Prozent) statt und wurden überwiegend von folgenden Zielgruppen besucht: Erwachsene (78 Prozent), Jugendliche (65 Prozent), gemischtes und/oder allgemeines Publikum (58 Prozent), Kinder (52 Prozent), Professionelle (42 Prozent) sowie Menschen mit Behinderung (27 Prozent).

 

Teilnahme an Formaten der Tanzvermittlung

Die Befragten nehmen vor allem an folgenden Formaten der Tanzvermittlung teil: Workshop (87 Prozent), Publikumsgespräch (77 Prozent), regelmäßiger Kurs (62 Prozent) sowie Projekt / Stückentwicklung (60 Prozent). Diese fanden vor allem in Tanzinstitutionen (88 Prozent), Theatern (85 Prozent), Tanzstudios / Tanzschulen (68 Prozent), im öffentlichen Raum (46 Prozent) oder in Galerien / Museen (42 Prozent) statt.

 

Besonders gut gefallen hat es ihnen bzw. besonders wichtig dabei fanden sie, dass sie: Tänzer*innen und Choreograf*innen kennenlernen konnten (73 Prozent); etwas über Tanz lernten (71 Prozent); gemeinsam etwas erschaffen / aufbauen und mit anderen Zuschauer*innen in den Austausch kommen (62 Prozent); sich bewegen und unter Menschen sind (61 Prozent); Spaß haben (60 Prozent); sich wertgeschätzt fühlen (59 Prozent); mit Menschen zu tun haben, denen sie normalerweise nicht begegnen (56 Prozent); sich beteiligen können (55 Prozent) sowie sich ausdrücken können (53 Prozent).

 

Zu den gewünschten Verbesserungen bei diesen Formaten wurden u.a. folgende genannt: Mehr Sichtbarkeit der Angebote, mehr Zugänglichkeit und Barrierefreiheit, mehr interdisziplinäres Arbeiten, vielfältigere Formate für unterschiedliche Zielgruppen, mehr Beachtung der sozialen Bedeutung und der emotionalen Ebene von Tanz und Bewegung, eine Trennung von „Vermittlung“ von „Pädagogik“ sowie weniger „elitär“ sein und mehr in die Gesellschaft hineinwirken.

 

Inklusion und Barrierefreiheit

Mehr als ein Drittel der Befragten (42 Prozent) führen eigene barrierefreie Formate und Angebote durch. Diese sind vor allem zugänglich für: Menschen mit Gehbehinderungen bzw. Menschen, die mit Rollstuhl bzw. anderen Gehhilfen unterwegs sind (87 Prozent), Menschen mit Sehbehinderung (67 Prozent), Menschen mit Sprachbehinderung (59 Prozent), Mensch mit Lernschwierigkeiten (54 Prozent) sowie Menschen mit neurodiversen Erkrankungen und Menschen mit psychischen Erkrankungen (49 Prozent). Die Hauptzielgruppen dieser Angebote sind Erwachsene (74 Prozent), Jugendliche (59 Prozent) sowie ein gemischtes und/oder allgemeines Publikum (49 Prozent).

 

Fast die Hälfte der Beteiligten nehmen an Formaten und Angeboten teil, die barrierefrei gestaltet sind (47 Prozent). Diese sind vor allem für Menschen mit Gehbehinderungen bzw. Menschen, die mit Rollstuhl bzw. anderen Gehhilfen unterwegs sind (76 Prozent), Menschen mit Sehbehinderung (51 Prozent), Menschen mit Sprachbehinderung (39 Prozent) sowie Taube oder schwerhörige Menschen (32 Prozent) zugänglich. Die Hauptzielgruppen sind auch hier Erwachsene (80 Prozent), ein gemischtes und / oder allgemeines Publikum (44 Prozent) sowie Jugendliche (37 Prozent).

 

Zu den größten Hindernissen und Herausforderungen bei der Gewährleistung von Barrierefreiheit und Inklusion sowohl bei der Entwicklung / Durchführung von als auch bei der Teilnahme an Tanzvermittlungsformaten zählen vor allem folgende Kriterien: Räumlichkeiten sind nicht barrierefrei (77 Prozent), Mensch mit Behinderung fühlen sich nicht eingeladen (66 Prozent), Angebote bieten keine Übersetzung in Gebärdensprache an (60 Prozent), mangelnde Kommunikation / Sichtbarkeit von Barrierefreiheit (58 Prozent), Angebote bieten keine Audiodeskripition an (55 Prozent), Angebote sind nur auf Deutsch und Webseite bzw. Werbematerial ist nicht barrierefrei gestaltet (50 Prozent).

 

Förderstrukturen der Tanzvermittlung

Fast die Hälfte aller Befragte kennen eine oder mehrere Fördermöglichkeiten für Tanzvermittlungsformate und/oder haben diese in Anspruch genommen (48 Prozent), gleichzeitig hat über die Hälfte der Beteiligten Bedarf an Beratung zu Fördermöglichkeiten (52 Prozent).

 

Vision für ein Berliner Tanzvermittlungszentrum

Von einem zukünftigen Berliner Tanzvermittlungszentrum erwarten bzw. wünschen sich die Beteiligten, dass es eine unabhängige Struktur/Institution wird, die Verbindung zwischen unterschiedlichen Stadtrealitäten und Zielgruppen schafft und einen lebendigen sowie partizipativen Aufbau ermöglicht.

 

Das Zentrum soll ein barrierefreier, zugänglicher, diskriminierungsfreier, nicht hierarchischer, einladender und gut erreichbarer Ort sein, der u.a. Folgendes bietet bzw. der folgende Aufgaben übernehmen sollte: Förderungen, Diversität (sowohl in Bezug auf Angebote und Zielgruppen als auch auf Tanzstile und Formate), Begegnung, Offenheit, Vermittlung durch Praxis/ Kooperation mit unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft, Koordinierung, Austausch, Vernetzung, Beratung, Bündelung und Verbreitung von Informationen, Bündelung der Expertise, Transparenz, Reflexionsmöglichkeiten, Weiterbildung, Lobbyarbeit und Interessenvertretung, Kurse und Workshops, Trainingsräume, Kommunikation, Stückentwicklung, Entwicklung einer Gesamtstrategie, Schaffung einer einheitlichen Plattform und Recherchemöglichkeiten.

 

In Bezug auf die Lage des Zentrums sind die meisten Befragten der Meinung, dass dieses einen festen, zentralen Ort haben soll (34 Prozent), aber gleichzeitig dezentral arbeiten (27 Prozent) und mobile Angebote machen (19 Prozent).

 

Die Beteiligten sehen momentan folgende Unterstützungsbedarfe, Herausforderungen und Hindernisse im Bereich der Tanzvermittlung: eine einheitliche Definition von Tanzvermittlung zu erreichen, Barrierefreiheit, Finanzierung, eine pandemiebedingte Restrukturierung der künstlerischen Szene, Transparenz in der Tanzszene, mehr Sichtbarkeit und Verankerung von Tanz in der Gesellschaft, mehr partizipative Konzeptentwicklung, mehr Zugänglichkeit für bisher wenig erreichte Zielgruppen, Umgang mit den Folgen der Corona-Pandemie, gerechte Verteilung von Ressourcen und Wissen, schwieriger Zugang für nicht in Tanz professionell ausgebildete Vermittler*innen.

Das Pilotprojekt “Mobiler Tanzsaal“ ging im Sommer 2021 in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Charlottenburg (Westend) in die praktische Erprobung dezentral organisierter Tanzvermittlung. Es fanden 16 unterschiedliche Tanz- und Diskursformate in Kooperation mit den Partner-Standorten (link to the partners) Campus Esche, Pilot-Stadtwerk Marzahn/S27 und der ngbk Hellersdorf mit insgesamt über 400 Teilnehmenden aller Altersgruppen statt.

 

Das Projekt ist sowohl Teil der Bestandsaufnahme innerhalb der Konzeptionsphase der Steuerungsgruppe, als auch ein Forschungsprojekt, das sich in vier Bestandteile gliedert:

  1. Bedarfsanalyse
  2. Durchführung verschiedener Workshops
  3. Verstetigungsgespräche mit den Partner*innen
  4. Projektdokumentation und wissenschaftliche Analyse

Urbane Praxis in Außenbezirken?

Der „Mobile Tanzsaal“ hat mit Blick auf kulturelle Teilhabe den Begriff der Zentralität kritisch hinterfragt: Wie kann Stadterweiterung sozial, ökologisch und kulturell gestaltet werden und welche Rolle kann Kultur dabei übernehmen? Das Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit den Kiezbewohner*innen durch die universelle Sprache des Tanzes in Kontakt zu treten und mit ihnen gemeinsam etwas zu gestalten. Die Bedarfsanalyse zu Beginn des Projekts war hierfür eine wichtige Voraussetzung – nicht nur um Neues anzustoßen, sondern um eben das zu unterstützen, das schon da ist. Im Fokus stand die Frage: Was brauchen die Menschen vor Ort? Wer sind entscheidende Multiplikator*innen und Vermittler*innen vor Ort? Welche Räume sind vorhanden und wie werden sie genutzt? Durch die Praxis, durch das Ausprobieren, in Workshops und in persönlichen Gesprächen mit den Akteur*innen vor Ort, wurde das Projekt gemeinsam konzipiert und umgesetzt.

© Gabriele Reuter

Künstlerische Interventionen und Pop-Up-Workshops

In künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum und generationsübergreifenden Pop-Up-Workshops wurden die Teilnehmenden selbst zu Gestalter*innen einer mobilen und tanzenden Stadt. Aktuelle künstlerische Positionen aus dem Bereich Urban Dance, Cross Over-Techniken und die Fusion verschiedener Tanz-Stile bildeten den Schwerpunkt der Workshops, die von Tanzschaffenden mit interkulturellem Background geleitet wurden. Ein nonhierarchischer Community-Begriff und ein Fokus auf gemeinsamer Gestaltung mit den Teilnehmenden war hierbei grundlegend für die Arbeitshaltung des gesamten Projektteams.

Dokumentation und Ausblick

Der „Mobile Tanzsaal“ wurde von Elisa Ricci mit Ansätzen aus der Tanzwissenschaft, der Ethnografie sowie der kuratorischen Praxis analysiert und dokumentiert und dient einer kritischen Hinterfragung von Dezentralität als Handlungsprinzip, sowie dazu, den Bereich Tanzvermittlung als Forschungsbereich zu etablieren.

Das Projekt hat ein breites Wissen um die nötigen Kompetenzen im Team und um die Notwendigkeit von nachhaltiger Arbeit im Feld der Urbanen Praxis geschaffen. Neu entstandene Kooperationen im Bereich Kulturelle Bildung sowie wichtige Schnittstellen mit ressortübergreifender Standortentwicklung gilt es nun im Rahmen der Pilotphase „Access Point Tanz“ weiterzudenken und auszubauen. Die beteiligten Förderinstitutionen sind zukünftig strukturell und langfristig in dezentrale Tanzvermittlungsarbeit mit einzubeziehen.

Der „Mobile Tanzsaal“ hat gezeigt, wie wichtig es insbesondere in den Außenbezirken der Stadt ist, vorhandene Orte zu erschließen, Communities miteinander zu vernetzen und ein kontinuierliches Arbeiten zu ermöglichen. Ein interkultureller Ansatz, sowie das generations- und stilübergreifende Arbeiten sind elementare Bausteine um Zugänge zu erleichtern sowie diversitätsorientierte und diskriminierungskritische Perspektiven als Grundhaltung durch Tanzvermittlung zu etablieren.

© Gabriele Reuter

Team

Projektleitung: Sven Seeger
Co-Leitung: Janne Gregor und Gabriele Reuter; Urban Culture: Joy Alpuerto-Ritter
Unterstützung Leitungsteam und Webseite: Elena Basteri
Produktion und Dramaturgie: Veronika Wagner
Assistenz Projektleitung: Verena Weiss

Forschung/Dokumentation: Elisa Ricci

Workshopleiter*innen: Joy Alpuerto-Ritter, Nora Amin, Thomster, Osman Osman, Fidan Sirin, Hamza Alwaz, Viola Barner, Anatol Wendler, Allahham Anas, Zafar Arab, Ali Emani, Sven Seeger, Zubair Amini
DJs: Prince Ofori, Kanishka Sarkar
Multiplikator*innen: Afsaneh Hatefi, Saman, Lisa Schwalb, Zeljko Ristic, Susan Aziz, Sabine Wolf, Tina Hans Jürgens

 

Kooperationspartner:innen

Campus Esche, Wasserwerk / Berlin Mondiale, station urbaner Kulturen / nGbK Hellersdorf, More Than Shelters e.V., Pilot-Stadtwerk Marzahn / S27, Haus der Statistik.

 

Beteiligte Institutionen:

Westend (Partner: Campus Esche):

Erstaufnahme-Unterkunft Kirschenallee; Prisod – Gemeinschaftsunterkunft Eschenallee; Ulme 35 e.V.; Senioren-Anlage Ulmeneck, Familienzentrum Kastanienallee.

Hellersdorf (Partner: NgbK):

Eastend Hellersdorf, Stadtteilkoordination Hellersdorf.

Marzahn (Partner: Pilot-Stadtwerk Marzahn / S27):

Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete EJF – Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk, Stadtteilkoordination im Nachbarschaftszentrum DRK, Haus der Begegnung M3 e.V.

Das Projekt „Mobiler Tanzsaal“ wurde realisiert aus Mitteln des Berliner Projektfonds Urbane Praxis. Das Vorhaben war Teil der Initiative DRAUSSENSTADT, gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Einbettung des Projektes

Das Pilotprojekt Mobiler Tanzsaal entsteht an der Schnittstelle zwischen Tanzvermittlung und urbaner Praxis mit Fokus auf dezentralen Aspekten der Tanzvermittlungsarbeit und ist ein Bestandteil der Konzeptionsphase eines zukünftigen Tanzvermittlungszentrums (TVZ) in Berlin.1

Ziele der Konzeptionsphase sind Bündelung, Vernetzung und Stärkung von Akteur*innen der Berliner Tanzvermittlung im Kontext einer Reihe von Maßnahmen zur Stärkung der Infrastruktur für Tanz, die vom Runden Tisch Tanz 2018 initiiert wurden.2 Die Konzeptionsphase eines zukünftigen Tanzvermittlungszentrums (2020 – 2021) besteht aus unterschiedlichen Momenten der Beobachtung und Analyse des Feldes der Tanzvermittlung in Berlin: Eine Serie von Interviews mit Akteur*innen; eine breit aufgestellte Umfrage; ein Konzeptions-Lab und der Mobile Tanzsaal, als Pilotprojekt und zugleich als weitere Phase des Zuhörens und Erforschens. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Gesamtprozesses fließen in ein Konzeptionspapier (Anfang 2022), in dem die Richtlinien für die Pilotphase des zukünftigen Tanzvermittlungszentrums (2022-2025) aufgeführt sind.

Prämissen und Struktur des Projektes

Im Rahmen der Umfrage und der Interviews während der frühen Konzeptionsphase Ende 2020 / Anfang 2021 wird wiederholt die Bezeichnung „Zentrum“ in Frage gestellt, mit der Begründung, dass der Zentrum-Begriff Ambivalenzen wie Zentralisierung, Konzentration der Macht an einem Ort, in den Händen einiger weniger, beinhaltet. Aus der Umfrage und aus den Interviews geht hervor, dass eine institutionelle Hybridform erforderlich sei, fähig die Spannungsverhältnisse zwischen zentralen Standorten und Arbeitsweisen (zentral im Sinne von stetig sichtbar und vertreten) und dezentralen Kräften und Handlungsweisen (nicht im Blickfeld der Institutionen, weniger sichtbar, marginalisiert) auszuhalten. Auf dieser Grundlage wird die, im Rahmen des Runden Tisches Tanz vorgeschlagene Bezeichnung „Tanzvermittlungszentrum“ für die Pilotphase 2023, in Access Point Tanz umgewandelt und ein Projekt geplant, das sich mit dezentralen Ansätzen der Tanzvermittlung in Berliner Bezirken auseinandersetzt: der Mobile Tanzsaal.

Mobiler Tanzsaal: Der Name ist Programm. Die Idee eines Tanzsaals orientiert sich an einem populären, nicht elitären Ort des Tanzes. Der Begriff Mobil spricht die Potentiale an, stets in Bewegung zu sein, verbindend, zwischen Zentren und Peripherien. Das Projekt gliedert sich in drei Phasen: Standort- und Bedarfsanalyse in den Kiezen, Durchführung von Veranstaltungen (Tanzworkshops, Austauschformate) und abschließende Auswertung, Follow-up mit Erörterung der Potentiale zu Verstetigung.3

Mobiler Tanzsaal als Forschungsprojekt

Mobiler Tanzsaal versteht sich als Forschungsprojekt zu dezentralen Ansätzen der Tanzvermittlung. Insbesondere zielt Mobiler Tanzsaal als Forschungsprojekt auf: 1.) Dezentralität als Grundidee und Handlungsstrategie mit Erkenntnissen aus der Praxis kritisch zu hinterfragen; 2.) Empirisch basierte Erkenntnisse für die Formulierung des Konzeptionspapiers zu produzieren; 3.) Formen und Artikulationen der Tanzvermittlung als Forschung zu erproben und 4.) Forschung als Handlungsbereich des zu entstehenden (De)Zentrums zu etablieren.

Zum Einsatz kommt eine hybride methodische Toolbox mit Ansätzen aus der Ethnographie, aus der Tanzwissenschaft und aus der kuratorischen Praxis.4

Evaluation und kritische Analyse

Im folgenden Teil wird auf Problematiken und Fragen eingegangen, die sich aus der Evaluation des empirischen Praxis-Materials ergeben haben. Das Projekt wird durch diese Fragen und problematischen Aspekte einer kritischen Analyse unterzogen, die Handlungsgrundlagen für die kommende Pilotphase hervorbringt, im Sinne einer zugänglichen Tanzvermittlung.

 

1) Bedarfsanalysen als Strategie dezentraler Tanzvermittlungsformen

Mobiler Tanzsaal wird im Rahmen des Berliner Projektfonds Urbane Praxis gefördert. Die Förderung sieht eine Phase der Bedarfsanalyse vor. In den Anfängen des Mobilen Tanzsaals wird mit der folgenden Definition von Bedarfsanalysen gearbeitet: Eine Bedarfsanalyse bedeutet in diesem Zusammenhang alle Akteur*innen im Kiez kennenzulernen und mit möglichst vielen in direkten Kontakt zu kommen um das soziale Gewebe so wie unsichtbare Grenzen die durch die Kieze verlaufen zu erfassen: Einrichtungen, Sozialarbeiter*innen, Streetworker*innen, einzelne Einwohner*innen an öffentlichen Orten. Ziel der Bedarfsanalyse ist herauszufinden was es gibt, was es gab und warum es etwas nicht mehr gibt, was erwünscht ist und was funktionieren könnte. Es geht also darum Strukturen und Geschichten zu verstehen, zu kooperieren, zu erweitern und zu ergänzen, nicht zu konkurrieren.5

Instrumente der Bedarfsanalyse sind, nach einer ersten Phase der Kontaktaufnahme, Gespräche mit Akteur*innen, Vertreter*innen von Einrichtungen und Institutionen, so wie mit Behörden auf Bezirksebene. Einführende pop-up Tanzworkshops gelten auch als Art und Weise ins Gespräch zu kommen, als Bestandteil der Bedarfsanalyse, um mit potentiellen Teilnehmer*innen direkt in Kontakt zu treten und ihre Bedürfnisse und Wünsche detaillierter und besser zu begreifen. Aus diesen unterschiedlichen Formen des Dialogs ergeben sich erste Bedürfnisse, Handlungsräume und Hindernisse.

Die Erfahrung des Mobilen Tanzsaals hat deutlich gemacht, dass eine Bedarfsanalyse dann produktiv werden kann, wenn diese von einem Raum für Reflektion direkt anschließend begleitet wird, von einem Zwischenschritt, zwischen Bedarfsanalyse und Umsetzung, der auch in der Förderstruktur anerkannt und mitgedacht wird. In den konkreten Arbeitszusammenhängen überschneiden sich jedoch die Bedarfsanalyse und die erste Phase der Tanzangebote, es findet also unter Zeitdruck statt, unter anderem weil der Zeitraum zwischen Mitteilung der Förderung und Projektende/Abrechnung knapp gerechnet ist. Der Zwischenschritt ist eine Phase der Planung, der Umsetzung der komplexen Bedürfnisse, die im Rahmen der Bedarfsanalyse ermittelt werden. Ohne diesen Zwischenschritt droht das Potential der Bedarfsanalyse verloren zu gehen, weil so innerhalb der Organisation des Projektes nicht auf den individuellen Bedarf eines Standortes, also nicht auf die direkten Ergebnisse der Analyse eingegangen werden kann.6

Während der Durchführung des Projektes hat sich außerdem die Notwendigkeit gezeigt nachhaltige Formen des Dialogs mit Moderator*innen/Vermittler*innen, so wie mit Akteur*innen aus den Institutionen in Gate-Keeper Rollen (Sozialarbeiter*innen; Ehrenamt Koordinator*innen in Einrichtungen für Geflüchtete; Personen in Koordinations-Positionen auf Kiez Ebene) zu entwickeln. Diese dienen der Konfliktlösung, der Überprüfung des Status Quo und der Aktualisierung der Bedürfnisse der beteiligten Akteur*innen, so wie der Auseinandersetzung mit Fragen zur Antidiskriminierung und Inklusion. Formate dieser erweiterten Bedarfsanalyse können Runde Tische, Workshops für Mitwirkende, Briefings mit/für Sozialarbeiter*innen und Moderator*innen, so wie Thementische, Gespräche und Austauschformate mit den involvierten Kieznetzwerken u. a. sein.

Diese vermittelnde Kommunikationsarbeit geht weit über die vorgesehenen Honorare für Produzent*innen, Koordinator*innen und Vermittler*innen / Workshopmoderator*innen hinaus und bedarf teilweise spezifischer Kompetenzen, die in Bezug auf die involvierten Adressat*innen festzulegen sind.
Es ergibt sich, dass die Bedarfsanalyse als Strategie auszubauen ist, einerseits durch das Einführen einer Zwischenphase, eines Reflexionszeitraumes und andererseits durch Begleitformate für Coaching und Kommunikation zwischen den Akteur*innen für die gesamte Dauer des Projektes.

 

2) Zielgruppen – Teamaufstellung – Leadership Konzepte

Die Festlegung der spezifischen Zielgruppen findet im Rahmen der Bedarfsanalyse mit den Partnereinrichtungenstatt.7 Aus der Bedarfsanalyse ergibt sich vermehrt (an verschiedenen Standorten) und betont (dringende Anfrage) ein Bedürfnis nach einem Tanzvermittlungsangebot für Kinder mit Fluchterfahrung, insbesondere für Kinder in Wohneinrichtungen für Familien mit Fluchterfahrung.

Indem sich das Projekt die Ziele Rassismuskritik, Antidiskriminierung und Inklusion (Vgl. Antrag) setzt und indem, auch wenn aus der Bedarfsanalyse heraus und nicht a priori Zielgruppen „entlang soziodemographischer Marker“ (C. Mörsch 2018/2016) festgelegt werden, benötigt die genannte Zielsetzung im jeweiligen Kontext eine kritische Reflektion. Carmen Mörsch schreibt in ihrem Essay Refugees sind keine Zielgruppe: „Definitionen von Zielgruppen haben zudem die Tendenz, gegenüber der Komplexität, Vieldeutigkeit und Dynamik von Gesellschaft konservativ und vereinfachend zu sein. (…) Angebote für auf diese Weise definierte Zielgruppen laufen Gefahr, die Ungleichheit, die durch sie eigentlich bekämpft werden soll, zu verstärken“. Mörsch betont außerdem, dass: „Viele Projekte der kulturellen Bildung im Kontext Flucht werden weiterhin ausschließlich von mehrheitsangehörigen Kulturschaffenden gestaltet, welche die Verwendung der Ressourcen, die Inhalte, die Praktiken und die Repräsentationen kontrollieren.“ (C. Mörsch 2018/2016).

Die von Mörsch angesprochene Problematik, lässt sich teilweise im Rahmen des Mobilen Tanzsaals erkennen. Während der gesamten Konzeptionsphase besteht ein Fokus auf „Diversität und Inklusion“. Um diesen Fokus umzusetzen sind damit verbundene Kompetenzen, Perspektiven und Erfahrungen im Team verankert. Eine spezifische Kompetenz in Bezug auf Fluchterfahrung fehlt jedoch in diesem Leitungsteam.

Es ist zentral und unverzichtbar, dass Leitungspositionen innerhalb eines Projektes, so aufgestellt sind, dass sie eine Repräsentation der involvierten Teilnehmer*innen garantieren, vor allem auch da, wo es um strukturell marginalisierte Perspektiven geht.

Welche Möglichkeit gibt es mit dieser Situation umzugehen? Einerseits gilt es grundsätzlich Fluchterfahrung in Leitungspositionen für Projekte der Tanzvermittlung als Schlüsselkompetenz mitzudenken.

Andererseits gilt es flexible, offene Leitungsstrukturen zu erarbeiten und zu etablieren, die im Anschluss an die Bedarfsanalyse eine Ergänzung der Leitungskompetenzen, mit Hilfe der Ergebnisse dieser Analyse, vorsehen. Dies gilt nicht nur für die notwendigen Kompetenzen der Arbeit in Einrichtungen mit geflüchteten Familien, sondern auch für die Arbeit mit anderen Zielgruppen im Tanzsaal unter anderen zum Beispiel mit Senior*innen. In diesem Zusammenhang erscheint es sinnvoll eine Koordinationsstelle für das Leitungsteam zu denken, die mit der Bedarfsanalyse die nötigen Teamkompetenzen im Leitungsteam ergänzt und im Team und zwischen den Teamkompetenzen vermittelt. Nur so können dezentrale Tanzvermittlungsprojekte nachhaltige Wirkungen erzielen.

 

3) Tanzvermittlung in (post)pandemischen Berliner Kiezen

Mobiler Tanzsaal kommt im zweiten Sommer der Covid19 Pandemie in Berliner Kieze. Die geteilte Erfahrung der Partner*innen in den Kiezen, vor allem der Akteur*innen in der Jugendarbeit (Jugendzentren) offenbart den Verlust des Kontakts mit den Jugendlichen, so wie unrealistische Pandemie-Auflagen für die Indoor-arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Arbeit wird oft nach draußen verlegt, wo sich jedoch die Frage nach dem Fokus stellt. Die Kinder oder Jugendlichen sind draußen weniger auf das Tanzangebot fokussiert, es fehlt an Konzentration, so die Moderator*innen / Vermittler*innen.8 Dem Mobilen Tanzsaal wird von den Partner*innen das Potential zugeschrieben Interesse der Jugendlichen für das gesamte Angebot wecken zu können, ein Potential welches die Jugendlichen in die Jugendzentren zurückholen kann. Es ist jedoch klar, dass in seiner Form als Pilot Projekt, der Mobile Tanzsaal ausschließlich Impulse setzten kann, die nur im Rahmen einer Fortführung weiterentwickelt werden können. Insgesamt wird von teilnehmenden Workshopmoderator*innen / Tanzvermittler*innen, so wie von teilnehmenden Partnerinstitutionen im Rahmen von Nachbereitungsgesprächen der Wunsch mitgeteilt im Rahmen einer Fortführung des Projektes mit einer Kontinuität arbeiten zu können. Vorgeschlagen wurde ein an der Hip Hop Kultur orientiertes Format: Für mindestens zwei Monaten in einer Einrichtung / Jugendclub o.a. arbeiten, zum Beispiel 10 Wochenenden, um danach in eine andere Einrichtung weiter zu wandern. Die verschiedenen Gruppen treffen sich zum „battlen“, bzw. zusammenüben. Hinsichtlich der (post-)pandemischen Lage und einer nachhaltigen, zugänglichen Tanzvermittlung ist die Idee entstanden, dass Vermittler*innen von Mobiler Tanzsaal mit Sozialarbeiter*innen und Streetworker*innen die Jugendlichen direkt da besuchen, wo sie sich täglich treffen – Skater Plätze, Spielplätze, Treffpunkte in den Kiezen, Parkplätze – um spontane Tanzangebote zu vermitteln. Diese Idee kann in weiteren Phasen ausgebaut werden.9

 

4) Bürokratische Hürden in der Urbanen Praxis / Tanzvermittlung

Die Lage wird vom Team wie folgt zusammengefasst: Es ergibt sich eine bedeutende Arbeitslast um die Vermittlung von praktischen Aspekten. Es wird unter anderem berichtet, wie die unterschiedlichen Zuständigkeiten auf dem gleichen Gelände das Team vor Hindernisse stellen, oder wie die Verhandlungen um Raumnutzung an den Standorten die Akteur*innen intensiv beschäftigen (Die Antragstellung bei den Genehmigungsverfahren lief jeweils direkt über die Projektpartner*innen an den Standorten). Es war vermehrte Vermittlungsarbeit vor Ort notwendig, als Begleitung für die Workshopmoderator*innen, um in Dialog mit von der Musik genervten Nachbarn und oder mit Polizist*innen zu treten, die teilweise drohten, trotz Genehmigungen, die Musikanlage mitzunehmen.

Auf der Grundlage der Erfahrungen im Leitungsteam wurde während der Workshops des Mobilen Tanzsaals stets darauf geachtet, dass ein guter Betreuungsschlüssel vor Ort anwesend ist. Neben den Workshopmoderator*innen waren immer Mitglieder des Leitungs- und/oder Produktionsteams vor Ort, um die oben beschriebene Betreuung/Vermittlungsarbeit, die rund um die Workshops stattgefunden hat, zu leisten. Das Team hat sich bei den Veranstaltungen bewusst personell stets stark aufgestellt um den Workshopmoderator*innen den Raum zu schaffen, sich auf den künstlerischen / pädagogischen Teil der Vermittlungsarbeit zu konzentrieren. Auf der Grundlage dieser Erfahrung und der positiven Ergebnisse, die sich aus dem starken Betreuungsschlüssel ergeben haben, wird auch dieser Aspekt in weiteren Phasen berücksichtig und auf der Ebene der Budget- und Stundenanzahlplanung noch stärker miteinbezogen. Trotz dieser vorwiegend positiven Erfahrung im Rahmen dieses spezifischen Projektes gilt es die Schwierigkeiten in den Verhandlungen um Raumnutzung in der urbanen Praxis strukturell zu bedenken. Ein Artikel im Tagesspiegel vom 6.6.2021 mit dem Titel Scheitert die „Draussenstadt“ an Genehmigungsverfahren? Berichtet über Erfahrungen, die vergleichbar oder sogar komplexer und schwieriger sind im Vergleich zum Mobilen Tanzsaal. Der Artikel zitiert aus einem Bericht der Senatsverwaltung für Kultur und Europa (Stand Juni 2020) für den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses:

Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa stellt nicht nur fest, dass es einen großen Bedarf für die Förderung von kulturellen Veranstaltungen und Projekten im öffentlichen Raum gibt“, heißt es da, „sie stellt auch fest, dass die Umsetzung regelmäßig in Genehmigungsverfahren scheitert. Der „Schutz der Anwohnenden“ vor „Lärmemissionen“ wird ins Feld geführt, die „Sicherstellung des Naturschutzes“ und das „Grünanlagengesetz“, „Haftungsfragen der Veranstaltenden für potenzielle Schäden“, „Konkurrenz der Nutzungen (Bsp: Parkplätze)“, „hohe Nutzungsentgelte für Flächen, die den kommunalen Unternehmen obliegen“, die Überlastung der Ordnungsämter. Besonders irrwitzig ist der Verweis auf den „Grundsatz der Gleichbehandlung“: Entweder, argumentieren die Behörden dabei, könne man nur alle Anträge genehmigen oder eben keinen.10

Das Team vom Projekt Kultur im Grünen mit Dr. Birte Jung und Bianca C. Dreyer beschäftigt sich mit genau diesen Hürden und hat im späten Sommer 2021 eine Umfrage durchgeführt zur Evaluierung der Nutzung von Freiflächen im urbanen Raum. In diesem Sinne könnten die Ergebnisse der Umfrage lösungsorientierte Vorschläge aufzeigen.11 In diesem Bereich zeigt sich insbesondere die Relevanz von spartenübergreifenden Gesprächen und Austauschformaten, die in den Aufgabenbereich eines Access Point Tanz fallen, am Beispiel des Werkstatt Büros für urbane Querschnittaufgaben und möglicherweise in Zusammenarbeit mit diesem.12 Um die Schnittstelle Urbane Praxis / Tanzvermittlung strategisch weiterzuentwickeln müsste der Access Point Tanz bessere Kommunikation zwischen Senatsabteilungen für Kultur, Bildung UND Stadtentwicklung schaffen.

Fazit

Dank Strategien der Bedarfsanalyse ist es möglich im Vorfeld Bedürfnisse kennenzulernen und aufzuzeigen. Die Bedarfsanalyse kann erweitert werden und als Form der begleitenden Reflektion entlang der Vermittlungsprojekte konzipiert werden. Die Entwicklung von Formaten dieser begleitenden Reflektion liegt im Aufgabenbereich der Tanzvermittlung. Dieser Ansatz kann in der Konzeption einer zuhörenden Tanzvermittlung zusammengefasst werden, die die Idee einer die Zielgruppen aufsuchenden Tanzvermittlung ergänzt und weiterdenkt.

Die sich ergebenden Zielgruppen aus der Bedarfsanalyse bringen vorwiegend Kinder und Jugendliche in den Fokus insbesondere in Wohneinrichtungen für Familien mit Fluchterfahrung. Auch die Begeisterung von in Altersheimen lebenden Senior*innen ist eine der prägenden Erfahrungen des Mobilen Tanzsaals und kann im weiteren Verlauf des Projektes ausgebaut werden. Tanzvermittlung für Erwachsene in den Kiezen bleibt eher am Rande der Bedarfsanalyse. Dieser Bereich kann in weiteren Kontexten und Bezirken befragt und erforscht werden.

Die Spezifizität der sich herausstellenden Zielgruppen hat gezeigt, dass die Kompetenz von Personen mit Erfahrung von Flucht und Migration im Leitungsteam der Tanzvermittlung unverzichtbar ist. Genauso ist es zentral Kompetenzen in Betracht zu ziehen, die für die Arbeit mit Senior*innen und Jugendlichen notwendig sind. Für weitere Entwicklungen des Mobilen Tanzsaals spielen folgenden Aspekte eine Schlüsselrolle: Miteinbeziehen der breiten Kompetenzen am Standort, eine diskriminierungskritische Aufstellung des Teams und fluide Hierarchien, so wie Kontinuität.

Auf den genannten Grundlagen kann das Modell Projekt Mobiler Tanzsaal im Rahmen von aufeinanderfolgenden Zyklen in 16 Berliner Bezirke ausgebaut werden. Mobiler Tanzsaal als Forschungsprojekt, begleitet von einem interdisziplinären Team von Forscher*innen, kann dank unterschiedlicher Forschungsformate und Ansätze auf der bestehenden Erfahrung ausgebaut werden und somit auch eine Grundlage für den Bereich der Tanzvermittlung als Forschung darstellen.

In und durch Mobiler Tanzsaal wurde Dezentralität als Grundidee und Handlungsstrategie untersucht und festgestellt, dass ohne Dezentralität keine Zugänglichkeit gegeben ist. Dezentralität bietet die Gelegenheit Strukturen diskriminierungskritisch zu hinterfragen und in diesem Sinne umzustellen.

Mobiler Tanzsaal (Gesamtprojekt) – Credits

Projektidee und Projektleitung: Sven Seeger

Co-Leitung: Janne Gregor und Gabriele Reuter; Urban Culture: Joy Alpuerto-Ritter
Unterstützung Leitungsteam und Webseite: Elena Basteri
Produktion und Dramaturgie: Veronika Wagner
Assistenz Projektleitung: Verena Weiss

Forschung/Dokumentation: Elisa Ricci

Mobiler Tanzsaal – (Workshops)

Workshopleiter:innen: Joy Alpuerto-Ritter, Nora Amin, Thomster, Osman Osman, Fidan Sirin, Hamza Alwaz, Viola Barner, Anatol Wendler, Allahham Anas, Zafar Arab, Ali Emani, Sven Seeger & Zubair Amini
DJ: Prince Ofori

Technische Betreuung: Dennis Dieter Kopp, Kanishka Sakar
Multiplikator:innen: Afsaneh Hatefi, Saman, Lisa Schwalb, Zeljko Ristic, Susan Aziz, Sabine Wolf, Tina Hans Jürgens

Übersetzung Flyer: Waael Fares (AR), Lucia Rossi (EN, RUS)

Mobiler Tanzsaal – Diskursveranstaltungen – Dezentrale Ansätze in der Tanzvermittlung

Konzept, Koordination und Moderation: Nora Amin

Co-moderation: Janne Gregor
Inputs: Elena Basteri, Janne Gregor, Amelie Mallmann, Elisa Ricci, Sven Seeger, Laura Werres
Gruppenmoderation Symposium: Nora Amin, Felix Dompreh, Martina Kessel, Gabriele Reuter

DJ und Technische Betreuung: Kanishka Sarkar
Graphic Protocol: Daniel Freymüller
Dokumentation (Video): Hannes Schulze
Übersetzung: Lucia Rossi (EN)

Dolmetschen: Undine Schäfer und Oya Ataman (DGS)

Kooperationspartner:innen:

Wasserwerk – Berlin Mondiale, Station urbaner Kulturen / nGbK Hellersdorf, More Than Shelters e.V., Stadtwerke mrzn / S27, Haus der Statistik

Beteiligte Institutionen:

Erstaufnahme-Unterkunft Kirschenallee; Prisod – Gemeinschaftsunterkunft Eschenallee; Ulme 35 e.V.; Senioren-Anlage Ulmeneck, Familienzentrum Kastanienallee; Eastend Hellersdorf, Stadtteilkoordination Hellersdorf, Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete EJF – Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk, Stadtteilkoordination im Nachbarschaftszentrum DRK, Haus der Begegnung M3 e.V.

 

Das Projekt wird realisiert aus Mitteln des Berliner Projektfonds Urbane Praxis. Das Vorhaben ist Teil der Initiative DRAUSSENSTADT, gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Die Konzeptionsphase für ein Berliner Tanzvermittlungszentrum wird in Trägerschaft des Zeitgenössischen Tanz Berlin e.V. realisiert.

 

 

Fußnoten

  1. Das Projekt entstand basierend auf einer Projektidee von Sven Seeger als Mitglied des erweiterten Teams der Steuerungsgruppe und wurde im erweiterten Team der Steuerungsgruppe (Siehe Credits) konzipiert und entwickelt, in direkter Antwort auf Ergebnisse der Bestandsaufnahme und dem Wunsch nach praxisorientierter Recherche.
  2. Zum Runden Tisch und zu den genannten Maßnahmen: Runder Tisch Tanz.
  3. Die genauen Standorte und Kooperationspartner*innen des Projektes ergeben sich aus einer ersten, frühen Phase der Bedarfsanalyse im Vorfeld der Antragstellung beim Berliner Projektfonds Urbane Praxis. Im Laufe der zweiten Phase der Bedarfsanalyse nach Bestätigung der Förderung festigen sich die Partnerschaften. Die Partner-Institutionen sind in den Berliner Bezirken Charlottenburg / Westend; Hellersdorf/Marzahn und Kreuzberg verortet (Siehe Credits für Liste der Partner*innen).
  4. Während der Bedarfsanalyse, der Workshops und der Verstätigungsgespräche / Follow-up Gespräche wird teilnehmend beobachtet und protokolliert. Die teilnehmende Beobachtung wird von verschiedenen Teammitglieder*innen durchgeführt, so wie von der Autorin dieser Analyse, die auch Einzel- und Gruppeninterviews mit dem Team (Leitung und Workshopleitung/Vermittlung) durchgeführt hat. Es haben Reflexionsrunden im Team stattgefunden, die protokolliert wurden. Die Protokolle beziehen sich auf unzählige informelle Einzelgespräche die mit Akteur*innen und Teilnehmer*innen vor Ort während der Workshops und Events stattgefunden haben. Die Follow-Up Gespräche mit den Partner*innen wurden desgleichen protokolliert und fließen in diese Analyse mit ein.
  5. Kursiv werden Zitate aus den Interviews und Gesprächen markiert.
  6. Im Rahmen des Mobilen Tanzsaals wurde in der Überschneidungsphase zwischen Bedarfsanalyse und Umsetzung ein Team von Workshopmoderator*innen / Vermittler*innen zusammengestellt, das den Bedürfnissen aus der Bedarfsanalyse entgegenkommt, so wie das Team um Kompetenzen im Produktionsbereich ergänzt (Genehmigungsverfahren u.a.). Dieser Aspekt wird im 2. Abschnitt „Zielgruppen Teamaufstellung – Leadership Konzepte“ verhandelt.
  7. Workshops in Street Dance für Kinder und Jugendliche; Standardtänze für Erwachsene und Senior*innen, so wie Raq Sharqui für Erwachsene, Frauen und Senior*innen.
  8. Es reicht nicht Indoor-Formate nach Draußen zu verlegen. Formate für draußen werden von Anfang an auf einer anderen Grundlage aufgebaut.
  9. Das Break Mobil, ein Projekt um den Berliner Break Künstler Kadir Amigo, arbeitet genau auf diesen Grundlagen und kann als Inspiration für Entwicklungen des Mobilen Tanzsaals betrachtet werden oder als mögliches Partnerprojekt.
  10. (Vgl. Tagesspiegel Artikel vom 6.6.2021 – Scheitert die „Draussenstadt“ an Genehmigungsverfahren?). Frederik Hanssen.
  11. Die Umfrage ist nicht mehr aktiv. Ergebnisse wurden noch nicht bekannt gegeben.
  12. Werkstatt: Büro für urbane Querschnittsaufgaben.

Der Begriff Tanzvermittlung steht für eine Vielzahl von Zugängen zu Tanz. Er spricht prinzipiell alle Menschen an, ihre Erfahrungen mit und durch Tanz zu vertiefen, sie mit dem eigenen Alltag zu verbinden und für gesellschaftliche Veränderung zu nutzen. Es ist eine den Tanz und sein Publikum verbindende, in Frage stellende, dekonstruierende und im besten Fall transformierende partizipative Praxis, in der sich künstlerisches und pädagogisches Arbeiten auf Augenhöhe begegnen.

Dabei kann Tanzvermittlung zahlreiche Gesichter haben. Sie kann dazu anregen, über Tanz zu sprechen und Themen tanzend zu vertiefen. Sie kann als vor- oder nachbereitendes (Publikums-)gespräch zu einer Vorstellung verstanden werden, aber auch eine gemeinsame Forschungsarbeit mittels Tanz zu einem bestimmten Thema beinhalten. Partizipative Tanzprojekte mit Laien sind ebenso gemeint, wie jede andere Form des Lernens mit und durch Bewegung.

 

Die Idee eines „Tanzvermittlungszentrums“ stammt aus der AG Vermittlung in Rahmen des Runden Tisch Tanz.

Der Runde Tisch Tanz war „ein beispielgebendes partizipatives Verfahren mit einer Beteiligung von über 200 Akteur*innen der Tanzszene. In fünf thematischen AGs, während eines zweitägigen Symposiums und an vier Runden Tischen mit Politik und Verwaltung wurden strukturelle Defizite benannt und konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet. Das Ergebnis ist ein mit viel Expertise entworfener Entwicklungsplan Tanz 2019-2025, der kurz-, mittel- und langfristige Ziele miteinander verzahnt, um die Kunstform Tanz innerhalb der Berliner Kulturlandschaft sukzessive aufzubauen“.1

In Trägerschaft des Zeitgenössischen Tanz Berlin e.V. wurde im November 2020 per Ausschreibung eine Steuerungsgruppe gesucht, die die Aufgabe hat, die Akteur*innen und Expert*innen des Feldes zu vernetzen und im intensiven Austausch eine tragfähige Konzeption für ein Berliner „Tanzvermittlungszentrum“ voranzubringen.

 

Aus einzelnen Bewerbungen wurde ein zunächst dreiköpfiges Konzeptionsteam zusammengesetzt: Elena Basteri (Tanzkuratorin und Dramaturgin), Janne Gregor (Choreografin und Tanzvermittlerin) und Gabriele Reuter (Choreografin, Tanzvermittlerin und Urbanistin), mit dem Auftrag ein weiteres Teammitglied mit dem Schwerpunkt Diversität/Inklusion zu finden. Eine zweite öffentliche Ausschreibung für das vierte Teammitglied wurde ab Anfang Dezember 2020 veröffentlicht. Im Zuge dessen wurden aktive diversitäts-kritische Kulturinstitutionen innerhalb der Darstellenden Künste und Multiplikator*innen im Bereich Inklusions- und Intersektionaler Diskriminierungsforschung kontaktiert und ein erstes Netzwerk aufgebaut. Der beeindruckende Rücklauf von 35 Bewerbungen innerhalb eines kurzen Zeitraums von 10 Tagen und einer Reihe intensiver Bewerbungsgespräche setzte für die Steuerungsgruppe ein klares Signal für einen diversitäts-kritischen Blick auf den Tanz und die Frage, welche Rolle ein Zentrum für Tanzvermittlung dabei einnehmen sollte. Die Choreografin, Autorin und Aktivistin Nora Amin arbeitet seit vielen Jahren innerhalb des Diskurses um intersektionale Diskriminierung im Tanz und ergänzt die Steuerungsgruppe seit Januar 2021 als viertes Teammitglied. Aus dem Pool der Bewerber*innen wurde zusätzlich ein die Steuerungsgruppe erweiterndes Team von Multiplikator*innen beauftragt (die Choreograf*innen und Tanzvermittler*innen Teo S. Vlad, Joy Ritter, Sven Seeger und Angela Alves und die Tanzwissenschaftlerin und Kuratorin Elisa Ricci), das den Prozess der diversitäts-kritischen Öffnung der Konzeptionsphase begleitet und dabei unterschiedliche Perspektiven (Trans*Queer Community, Urban Dance Community, Interkulturelle Arbeit, Inklusion/Barrierefreiheit) einnimmt und vertritt. Angela Alves wurde darüber hinaus von der Steuerungsgruppe mit der Koordination und Strukturierung von Maßnahmen zur Barrierefreiheit von interner und externer Kommunikation beauftragt.

 

In dieser erweiterten Teamkonstellation hat die Steuerungsgruppe im Laufe des Jahres 2021 mehrere Aktivitäten unternommen, die zur Konzeption des zukünftigen „Tanzvermittlungszentrums“ führten. Diese variierten in Form und Inhalt und deckten verschiedene Teile der Berliner Tanzlandschaft ab: von Laboren zur Generierung von Ideen und Themen über eine umfassende Interview-Reihe mit Akteur*innen des Tanzvermittlungsbereichs (konzipiert von Elisa Ricci) bis hin zur Durchführung einer Umfrage (konzipiert von Soziologin Melisa Bel Adasme) sowie mehreren Arbeitstreffen und Gesprächen mit Tanzinstitutionen und professionell Tanzschaffenden. Die von der Steuerungsgruppe durchgeführten Aktivitäten zielten auf eine schrittweise Konzeptualisierung ab, um die Ergebnisse des vorangegangenen Runden Tisches zu reflektieren, zu verbinden, weiterzuentwickeln und darauf aufzubauen.

Die Sektion „Konzeptionsphase“ dieser Website veröffentlicht das während der Konzeptionsphase erstellte Material und die Dokumentation der durchgeführten Aktivitäten.

All die Gespräche, Recherchen, Workshops und Labore der Konzeptionsphase münden in ein Konzeptpapier, das die weiteren Schritte in einer sogenannte „Pilotphase“ definiert.

In dieser sollen die Visionen, die in der Konzeptionsphase entstanden sind, direkt in die Praxis umgesetzt werden.

 

 

Fußnoten

  1. Hintergrund zum Runden Tisch Tanz (Stand April 2022)